Mess-, Steuer- und Regelungstechnik

Die Mess-, Steuer- und Regelungstechnik hat eine lange Tradition in Thüringen. Die Wurzeln der Messtechnik reichen bis weit in das 19. Jahrhundert zurück. Beispiele sind die Fertigung von Mikroskopen und anderen optischen Instrumenten in Jena oder die gewerbliche Fertigung von Thermometern in der Umgebung von Ilmenau. Im 20. Jahrhundert erlebte die Branche unter anderem durch die Entwicklung von elektronischen Bauelementen und der elektronischen Messtechnik einen weiteren Aufschwung. Auch heute ist die Bedeutung dieser Technologien ungebrochen. Gründe dafür sind neue Entwicklungen auf den Gebieten der Sensorik und Aktorik (realisiert durch den Einsatz von Mikro- und Nanotechnologien) und die Errungenschaften im Feld der Informations- und Telekommunikationstechnik (digitale Signalverarbeitung, immer leistungsfähigere Prozessortechnik, Vernetzung). Sie ist die Voraussetzung für die Beherrschung von immer komplexeren Prozessen. Die Mess-, Steuer- und Regelungstechnik bildet als Querschnittstechnologie die Voraussetzung für die Meisterung der Herausforderungen, zum Beispiel bei der Sicherung eines nachhaltigen Umgangs mit der Umwelt sowie der Mobilität oder für neue Entwicklungen aufgrund des gestiegenen Gesundheitsbewusstseins. Damit ist sie eine Basis für die erfolgreiche Entwicklung der Wachstumsbranchen.

In Thüringen wird die gesamte Wertschöpfungskette vom Sensorelement bis zum System für spezielle Applikationen abgedeckt. Die Unternehmen der Mess-, Steuer- und Regelungstechnik in Thüringen bedienen insbesondere die Märkte Optik, Medizintechnik, Automobiltechnik, Umwelt/Energie und Maschinenbau.

Die Akteure konzentrieren sich vor allem in den Technologieregionen Jena/Hermsdorf, Erfurt sowie Ilmenau/Südthüringen. Die Bedeutung der Branche in Thüringen wird unter anderem durch die Anzahl der Beschäftigten sichtbar, die im Vergleich zur Bevölkerung weit über dem bundesdeutschen Durchschnitt liegt.

Thüringens Stärke beruht auch auf dem umfangreichen Studienangebot der Thüringer Hochschulen. Für die Mess-, Steuer- und Regelungstechnik sind vorrangig ingenieurwissenschaftliche Fachrichtungen relevant in denen etwa 20 Prozent der Studenten in Thüringen studieren. Die Schwerpunkte mit Bezug zur Mess-, Steuer- und Regelungstechnik der Ausbildung an den Hochschulen sind dabei:

  • TU Ilmenau: Mechatronik, Elektrotechnik/Informationstechnik, Ingenieurinformatik, Optronik, Biomedizinische Technik, Communications and Signal Processing, Electrical Power and Control Engineering, Mikro- und Nanotechnologie, Miniaturisierte Biotechnologie, Research in Computer & Systems Engineering, Maschinenbau
  • FH Jena: Automatisierungstechnik und Informationstechnik international, Elektrotechnik/Automatisierungstechnik, Feinwerktechnik/ Precision Engineering, Mechatronik, Photovoltaik- und Halbeleitertechnologie, Prozessintegrierter Umweltschutz, Technische Informatik, Raumfahrtelektronik, Maschinenbau, Laser- und Optotechnologien, Systemdesign, Medizintechnik, Miniaturisierte Biotechnologie, Scientific Instrumentation (Engl.)
  • FSU Jena: Photonics, Bioinformatik, Microbiology
  • FH Schmalkalden: Elektrische Energie- und Automatisierungstechnik, Elektrotechnik und Informationstechnik, Fahrzeugelektronik, Maschinenbau
  • FH Erfurt: Gebäude- & Energietechnik, Verkehrsinformatik, Intelligente Verkehrssysteme und Mobilitätsmanagement, Angewandte Informatik
  • FH Nordhausen: Systems Engineering, Regenerative Energietechnik, Technische Informatik,

Die FH Schmalkalden bietet in Zusammenarbeit mit der BWAW Thüringen gGmbH ein duales Studium an, welches das Bachelorstudium mit einer Berufsausbildung als Mikrotechnologe/-in kombiniert. Die FH Schmalkalden bietet eine duale Ausbildung in der Fachrichtung Gebäude- und Energietechnik an. An der FH Nordhausen kann eine berufsbegleitende Weiterbildung im Bereich Embedded Software Engineering belegt werden. An der Staatlichen Studienakademie der Berufsakademien Eisenach und Gera können Schulabgänger ein berufsbegleitendes Studium in den Fachrichtungen Elektrotechnik/Automatisierungstechnik bzw. Engineering mit der Spezialisierung Mechatronik und Automation absolvieren.

Ein weiterer Vorteil für Thüringer Unternehmen ist der kostengünstige Zugriff auf verschiedene Applikations- und Anwendungszentren, die über modernste technische Infrastruktur für die Entwicklung neuer Produkte oder Technologien verfügen.

Ihr Ansprechpartner

Dr. Frank Lindemann

Abteilung:

AIC – Akquisition, International und Clustermanagement

Mainzerhofstraße 12
99084 Erfurt

0361-5603 461

0361 5603-328

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