Optik und Optoelektronik

Das 21. Jahrhundert steht im Zeichen des Lichts: als neue Leittechnologien werden die Optischen Technologien Wirtschaft und Gesellschaft ebenso prägen wie die Mikroelektronik das vorangegangene Jahrhundert. Bereits heute durchdringen die Optischen Technologien - mehr oder weniger deutlich sichtbar - weite Bereiche des täglichen Lebens.

Ähnlich der Mikroelektronik verfügt die moderne Optik über eine enorme Breitenwirkung. Als wegbereitende Querschnitts- und Schlüsseltechnologie („enabling technology“) ist sie sehr eng verknüpft mit anderen Technologiefeldern und bietet erhebliche Wachstumschancen. Bei dieser „optischen Revolution“ spielt Thüringen - und hier insbesondere der Optikstandort Jena - eine führende Rolle. 

„Wiege der optischen Industrie“

Licht verspricht als präzises, flexibles Werkzeug und als berührungslose Sonde bahnbrechende Innovationen. So werden mit Lasern in allen Fertigungsbranchen die verschiedensten Materialien geformt und veredelt. Licht bietet beispiellose technische Möglichkeiten wie:

  • die Herstellung zunehmend kleinerer Halbleiterstrukturen in der Chipindustrie
  • die Übertragung extrem hoher Datenmengen über Glasfasern oder
  • neue Methoden zur raschen Erforschung neuer Wirkstoffe und Medikamente mit optischen Screening-Verfahren in der Pharmaindustrie.

Die wirtschaftliche Hebelwirkung ist beträchtlich: Beispielsweise besitzen Lithographie-Optiken in den Fertigungsmaschinen für Mikroelektronikbauelemente einen Wert von ca. 1 Milliarde Euro und treiben einen 4 Milliarden Euro schweren Stepper-/Scannermarkt voran. Diese wiederum ziehen einen Bauelemente-Markt von 18 Milliarden Euro nach sich. Hieraus resultiert ein Chip-Marktvolumen von ca. 160 Milliarden Euro und letztlich ein Elektronik-Gesamtmarkt von etwa 1.000 Milliarden Euro (entspricht 1000-fache Hebelwirkung, Quelle: CoOPTICS-Projektverbund).

Thüringen verfügt auf dem Gebiet der Optik/Photonik über hervorragende Infrastruktur und Potentiale in Industrie und Forschung. Die Kompetenzen reichen von den Bereichen optische Systeme, optische Komponenten und Bauteile bis hin zum optischen Material.

Ob Forschung, Entwicklung, Fertigung, Technologie, Marketing oder Vertrieb: In Thüringen werden alle  Stufen der Wertschöpfungskette abgedeckt. Insbesondere die Technologieregion Jena wurde durch die Zusammenarbeit des Unternehmers Carl Zeiss und des Wissenschaftlers Ernst Abbe Ende des 19. Jahrhunderts zum Inbegriff produktiver Verbindung von Wissenschaft und Industrie. Sie gilt als „Wiege“ der feinmechanisch-optischen Industrie und Glasindustrie. International bedeutende Unternehmen wie die Carl Zeiss Jena GmbH und die Jenoptik AG sind hier angesiedelt.

Rund 3.500 Thüringer Studenten sind  in optik-relevanten Studiengängen eingeschrieben - ein interessantes Potenzial für die Gewinnung zukünftiger Mitarbeiter. Auch in den klassischen Berufen der Optik-Branche sind mittlerweile über 1.000 Auszubildende zu verzeichnen.  Darauf aufbauend legen die Thüringer Unternehmen großen Wert auf die kontinuierliche Weiterbildung ihrer Fachkräfte. Neben dem JENAER BILDUNGSZENTRUM, SCHOTT, CARL ZEISS  und JENOPTIK bieten auch die Friedrich-Schiller-Universität Jena, die TU Ilmenau und die FH Jena verschiedene Weiterbildungsstudiengänge an.

Lesen Sie mehr zu Studium und Ausbildung in der Thüringer Optik-Branche im Factsheet  „Optik in Thüringen“

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Dr. Wolfgang Seeber

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