Produktionstechnik

Thüringen pflegt eine lange und anerkannte Tradition in der Produktionstechnik. Metallbe- und -verarbeitung, Werkzeugbau und Maschinenbau bilden dabei einen Schwerpunkt, der einst mit der Produktion von Kleineisenteilen, Schmiedeteilen und Waffen begann. Die Mehrzahl der hiesigen Betriebe ist mittelständisch geprägt. In den rund 575 Unternehmen ab 20 Beschäftigten sind rund 45.000 Fachkräfte (Stand 2009) tätig. Darüber hinaus verzeichnet die Unternehmens- und Technologiedatenbank der LEG ca. 1.000 weitere Unternehmen mit weniger als 20 Beschäftigten. Mit einem Umsatzanteil von 22,7 Prozent (Stand 2009) an der Industrieproduktion in Thüringen und 22,7 Prozent (Stand 2009) Auslandsanteil des Umsatzes zählen die metallverarbeitende Industrie und der Maschinenbau zu den sechs wichtigsten Wirtschaftszweigen Thüringens. Etwa ein Drittel aller Beschäftigten des Freistaates arbeiten in diesen Branchen.

Ob Gussteile, Press-, Zieh- und- Stanzteile, Schrauben, Nieten oder Präzisionswerkzeuge - heute deckt Thüringen ein breites Spektrum an Produkten der Metallerzeugung und -bearbeitung sowie  Metallerzeugnissen ab.

Regionale Schwerpunkte liegen hierbei im Wartburgkreis und im Landkreis Schmalkalden-Meiningen. Zusätzlich wird die gesamte Spannbreite der Fertigungsverfahren in Thüringen mit herausragenden Spezialisierungsrichtungen abgedeckt. Der Maschinenbau nimmt eine Schlüsselfunktion in der Thüringer Wirtschaft ein. Vor allem für die Metallverarbeitung werden vermehrt Werkzeugmaschinen hergestellt. Auch die Produktion von Sondermaschinen sowie die Herstellung von Präszisionswerkzeugen, Pumpen, Armaturen und hydraulischen Komponenten nimmt eine der wichtigsten Rollen dieser Branche ein. Eine Konzentration der Maschinenbau-Unternehmen erfolgt entlang der A4 bzw. in Südthüringen.

Der Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit und die Etablierung neuer Produkte auf dem Markt verlangen Flexibilität in der Produktionstechnik. Innovative Verfahren verbinden Anforderungen an einen umweltbewussten Ressourceneinsatz und gewährleisten eine hohe Qualität der Produkte bei geringen Kosten.

Die Produktionstechnik Thüringens ist eine notwendige Basis für andere Branchen. Sie setzt insbesondere auf eine Verbindung zur Informationstechnik, Elektronik und Optik. In Zusammenarbeit mit hervorragenden, im Freistaat etablierten F/E-Einrichtungen wird der entsprechende wissenschaftliche Vorlauf geschaffen.

Die Thüringer Hochschulen setzen die Tradition technischer Orientierung in der Ingenieurausbildung fort: Fünf Hochschulen und eine landeseigene Berufsakademie bieten Studiengänge im Bereich des Maschinenbaus und weiterer relevanter Fächer. Rund ein Fünftel der Studenten in Thüringen belegen Fächer im ingenieurwissenschaftlichen Bereich.

Damit die Produktionstechnik auch zukünftig das passende Personal findet, setzt der Freistaat auf Qualifikation. Junge Menschen werden in verschiedenen Fachrichtungen ausgebildet. Dazu gehören zum Beispiel spanende Metallverformung, Maschinen- und Anlagenbau oder Werkzeug- und Formenbau. Zerspanungsmechaniker, Industriemechaniker oder Metallbauer verzeichnen den größten Zuwachs der Ausbildungsberufe in Thüringen.

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