Mikro- und Nanotechnologie

Die Mikro- und Nanotechnologien sind in Thüringen junge Technologiefelder mit traditionellen Wurzeln. Insbesondere auf der Grundlage der optischen Technologien, der technischen Keramik, der Messtechnik für physikalische Größen (hier vor allem der Temperaturmesstechnik), der Elektronik sowie der Materialwissenschaft hat sich Thüringen zu einem herausragenden Standort der Mikro- und Nanotechnologien entwickelt. Nach einer Definition in der Nano-Initiative - Aktionsplan 2010 des BMBF beschreibt die Nanotechnologie die Untersuchung, Anwendung und Herstellung von Strukturen, molekularen Materialien und Systemen mit einer Dimension oder Fertigungstoleranz typischerweise unterhalb von 100 Nanometern. Allein aus der Nanoskaligkeit der Systemkomponenten resultieren dabei neue Funktionalitäten und Eigenschaften zur Verbesserung bestehender oder Entwicklung neuer Produkte und Anwendungsoptionen. Nach einer Studie des IVAM Fachverband für Mikrotechnik e.V. belegt Thüringen gemessen an der Verteilung der Akteure unter den Bundesländern in Deutschland den 6. Platz. Im Vergleich zu anderen Standorten konzentrieren sich die Akteure hier nicht in einem Zentrum, sondern im Technologiedreieck Jena-Erfurt-Ilmenau.

Die Unternehmen der Mikro- und Nanotechnik in Thüringen bedienen insbesondere die Märkte Mess-, Steuer- und Regelungstechnik, Optik, Automobiltechnik, Umwelt/Energie, Medizintechnik und Mikrosystemtechnik.

Ein Vorteil für Thüringer Unternehmen ist der kostengünstige Zugriff auf verschiedene Applikations- und Anwendungszentren, die über modernste technische Infrastruktur für die Entwicklung neuer Produkte oder Technologien verfügen.

Thüringens Stärke beruht auch auf dem umfangreichen Studienangebot der Thüringer Hochschulen. Für die Mikro- und Nanotechniken sind vorrangig ingenieurwissenschaftliche Fachrichtungen relevant. In ihnen sind etwa 20 Prozent der Studenten in Thüringen eingeschrieben. Die Schwerpunkte mit Bezug zu den Mikro- und Nanotechniken der Ausbildung an den Hochschulen sind dabei:

  • TU Ilmenau: Mikrosystemtechnik und Nanotechnologie, Mechatronik, Werkstofftechnik, Elektrotechnik/Informationstechnik, Optronik
  • FH Jena: Photovoltaik- und Halbeleitertechnologie, Informationstechnik/Automatisierungstechnik, Mechatronik, Werkstofftechnik/ Materials Engineering
  • FSU Jena: Werkstoffwissenschaft, Festkörperphysik, Optik, Quantenelektronik
  • FH Schmalkalden: Elektrotechnik/Informationstechnik

Die FH Schmalkalden bietet in Zusammenarbeit mit der BWAW Thüringen gGmbH ein duales Studium an, das bereits während der Ausbildung das Bachelorstudium mit einer Berufsausbildung als Mikrotechnologe/-in kombiniert.

Die berufliche Aus- und Weiterbildung von Fachkräften der Solarwirtschaft, Halbleitertechnologie und Mikrosystemtechnik bietet das Thüringer Kompetenzzentrum für Hochtechnologien und Solarwirtschaft in Erfurt an. Es ist eines der modernsten Bildungszentren in Deutschland für derartige Technologien. Die Thüringer Fach- und Berufsschulen vervollständigen das Angebot - zum Beispiel mit einer Ausbildung zum/zur Mechatroniker/-in bzw. Mikrotechnologen/in. Zudem steigt das Angebot von ausbildenden Unternehmen im Bereich Mikro- und Nanotechnik stetig an.

Ihr Ansprechpartner

Dr. Frank Lindemann

Abteilung:

AIC – Akquisition, International und Clustermanagement

Mainzerhofstraße 12
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